Wurfweitenmessung

Im Bereich des LVS existieren zwei Anlagen zur opto- elektronischen Weitenmessung, die zur Nutzung für die Messung langer Würfe geeignet sind. Die Anlage wird über eine Steuersoftware von einem Notebook aus bedient und verfügt über eine Datenbank zur vollständigen Steuerung des Wettbewerb- Ablaufs. Die Daten der Aktiven können u.a. von der SELTEC- Stadionsoftware übernommen werden. Auch eine Anbindung an COSA wurde getestet.

Technik

Auf gleicher Basis existieren inzwischen weitere Anlagen, wobei die Software jeweils an die verwendeten Messgeräte angepasst wurde: Sachsen mit Wild TC-1000 und Zeiss REC Elta13 Schleswig-Holstein mit Zeiss Elta3 und auch mit Sokkia Brandenburg mit Zeiss Elta43 Leica TotalStation Die Anlagen sind von den eingesetzten kommerziellen Tachymetern her leicht unterschiedlich. Während die Anlage des LVS auf Netzbetrieb konzipiert ist (Nutzung mit einer vom Veranstalter gestellten Autobatterie 12V >50Ah ist bei längerfristiger Anmeldung möglich), können die anderen Anlagen im Prinzip mit Batterie betrieben und damit auch auf stromlosen Nebenanlagen verwendet werden. Die Zeit zur optischen Vermessung eines Wurfes beträgt typisch ca. 3..6s (beim Elta43 etwas länger). Damit ist eine sehr effiziente Durchführung von Wurfwettbewerben möglich, wobei die lästige und ungenaue Arbeit mit dem Stahlbandmaß entfallen kann und am Ende eine exakte Ergebnisliste vorliegt. Sofern der Ablauf nach IWR eingehalten wird (3 Versuche Vorkampf, anschl. ggf. Endkampf), kann der Wettbewerb komplett gesteuert werden, so dass neben den Kampfrichtern zur Handhabung des Bandmaßes auch auf den Protokollanten verzichtet werden kann. Wettbewerbe können für verschiedene Altersklassen getrennt ausgewertet werden, die Endkampfzusammenstellung kann in der Reihenfolge nach Leistung oder in der im Vorkampf vorhandenen Reihenfolge vorgenommen werden.

Wie funktioniert das?

Für alle Messungen, bei denen das Bandmaß über einen Punkt im Abwurfraum gezogen werden müsste, ist der mathematische Hintergrund eine einfache Dreiecksberechung: Beim Einmessen wird die Entfernung zwischen Messgerät und Bandmaß- Durchzugspunkt gemessen und zusammen mit dem Winkel gespeichert. Nun genügt nach jedem Wurf das Messen von Entfernung und Winkel zur Aufschlagstelle und man kann über die Dreiecksbeziehung die Entfernung zwischen Aufschlagstelle und Bandmaß- Durchzugspunkt bestimmen. Davon wird nun noch der Radius des Abwurfbogens bzw. der halbe Wurfkreisdurchmesser abgezogen und nach Anwendung der in der IWR festgelegten Rundungsregel hat man die Wurfweite. Zur Entfernungsmessung wird vom Messgerät ein modulierter Lichtstrahl (infarot, also unsichtbar) ausgesendet, der von dem an der Messstelle eingesteckten Prismen- Reflektor reflektiert wird. Der Prismen- Reflektor hat den Vorteil, dass er auch bei schräger Ausrichtung das Licht wieder genau in die Richtung reflektiert, aus der es empfangen wird. Im Bild ist noch eine Kontrollweite zu sehen. Diese wird am Anfang zu Sicherungszwecken eingemessen und steht meist auf einem Stativ auf der gegenüberliegenden Seite des Stadions. Mit einer Kontrollmessung auf diesen Reflektor lässt sich im Wettkampf schnell prüfen, ob die Messtechnik noch richtig funktioniert. Was ich unterschlagen habe: Ich sprach immer mal von der Bestimmung von Entfernung und Winkel eines Messpunktes. Der Winkel wird stets nur relativ zum bereits eingemessenen Winkel des Abwurfraums benötigt. Aber natürlich wollen wir auch hier Sicherheit haben und messen daher ganz am Anfang den Winkel eines geeigneten, fest stehenden Objekts (Hausecke, Lichtmast, ...). Dieser Winkel ist dann unser Referenzwinkel, auf den sich alle weiteren Messungen beziehen. Unterschlagen habe ich jetzt alle Messungen von einer Linie (Ballwurf (DLV), Weit- und Dreisprung). Das geht nach ähnlichen Prinzipien, nur muss die Dreiecksberechnung mehrfach angewendet werden.  

Was ist kritisch?

Wie man leicht sieht, steht und fällt die Messung mit der Stabilität des Messgerätes. Wird der Standort des Messgerätes durch Anstoßen o.ä. verändert, dann stimmen die Koordinaten des Einmesspunktes im Abwurfraum nicht mehr und die Wurfweite wird falsch berechnet. Wir sichern die Messungen daher über die Kontrollweite ab. Ist die bei einer Testmessung falsch, dann bestimmen wir den Referenzwinkel anhand der Hausecke / des Lichtmastes neu und messen die Kontrollweite mit dem neuen Referenzwinkel nochmals nach. Stimmt’s dann immer noch nicht, dann muss der Abwurfraum neu eingemessen werden. Ein beliebter Fehler ist auch, dass ein Speerwurf wie ein Diskuswurf vermessen wird. Das ist auch nicht falsch - aber ??? Na, eine Idee? - Genau: Wir müssen von der berechneten Entfernung zwischen Aufschlagstelle und Bandmaß- Durchzugspunkt nicht 2,50m/2 = 1,25m abziehen, sondern den Radius des Abwurfbogens beim Speerwurf, der 8,00m beträgt. Gegen unliebsame Fehler hierbei sichern wir uns während des Wettkampfes wieder mit der Kontrollweite ab, beim Einmessen vermessen wir probehalber auch eine Wurfweite mit Bandmaß.

Und die Auswertung, Anzeige, Ergebnisdruck ...?

Die Technik lässt eine Kopplung zu Online- Diensten (Stadion- Anzeige, Kommentatoren, Fernsehen) über ein mit der Fa. MIC (heute Teil von Wige Data) getestetes Interface zu, außerdem ist die Steuerung einer ALGE- Zeitzeile zur Anzeige der Wurfweite möglich. Die ALGE- Zeile kann beim Sportamt Dresden bestellt werden. Auch Zeitleisten von Sportronic (6-stellig) und solche mit Sportissimo-/RollerTime- Protokoll (9- stellig) sind anschließbar. Ein angeschlossener Drucker ermöglicht das Ausdrucken der Startlisten für den Endkampf sowie natürlich der Ergebnisliste. Damit auf der Liste auch Namen stehen, kann man sich vor Beginn des Wettkampfes im Meldebüro eine Diskette mit Meldedaten geben lassen und diese als Datengrundlage benutzen. Das funktioniert mit den Programmen für Stadionwettbewerbe von RIEPING, COSA, SELTEC und anderen. Die im Bild dargestellte Ansteuersoftware ermöglicht das gleichzeitige Vermessen von Würfen aus zwei im Sichtbereich liegenden Wurfanlagen mit einem angeschlossenen Tachymeter.

Wer misst denn da?

Das “Personal” sind normale Mitarbeiter im Wettkampfbereich, also Kampfrichter, die sich mit der Technik beschäftigt haben und sie inzwischen transportieren, aufbauen, einmessen, bedienen, abbauen und verstauen sowie pflegen. DRINGEND brauchen wir weitere Mitstreiter, die sich mit Elan und Zuverlässigkeit engagieren wollen. Wir wollen keine Fachidioten, die ausschließlich Weitenmessung betreiben, sondern Kampfrichter, die sich dafür interessieren und eignen. Also - gebt Euch einen Ruck und meldet Euch! Danke!

Laufstrecken- Vermessung

Für die Anlage mit Elta43 existiert ferner eine Steuersoftware, die den Einsatz zur Vermessung von Laufstrecken für Straßen- und Waldläufe ermöglicht. Diese Vermessungsmethode ist ebenso geeignet, wie die Vermessung mit Fahrrad und Jones- Counter - nur eben erheblich genauer und auch sicherer. Sicherer deshalb, weil bei der opto-elektrischen Vermessung kein Radfahrer die ideale Lauflinie auf zur Vermessungszeit oft nicht abgesperrten Straßen abfahren muss. Ursprünglich konnte die Vermessung von einem Messfahrzeug aus erfolgen, oder aber von einem festen Gerätestandort außerhalb der Laufstrecke. Von diesem Standort aus können mehrere Punkte der Strecke eingemessen werden, bevor dem Streckenverlauf entsprechend ein neuer Gerätestandort gewählt werden muss. Auf der idealen Lauflinie selbst muss für kurze Zeit nur ein -wie für die Vermessung üblich- Reflektor gehalten werden - und dies natürlich nur auf von der Geraden abweichenden Streckenabschnitten (Kurven oder Ecken). Die Elta43- Anlage wurde vom Berliner Horst Roscher (kurz vor seinem 90. Geburtstag verstorben) komplett privat finanziert und aufgebaut. Leider hat sich für diese Technik niemand gefunden, der die Vermessung für den Sport fortführt. Stand 2006: Das Elta43R ist infolge Wartungsmängeln leider nicht mehr benutzbar. Stand 2010: Das Fahrzeug war zu wenig genutzt worden und musste abgemeldet werden. Derzeit ist nach DLV nur die Vermessung mittels Jones Counter als offizielle Vermessungsmethode zugelassen. Die Streckenvermessung wird daraufhin nur noch von entsprechend beauftragten Sportfreunden der Landesverbände durchgeführt. Für eine weitere Verwendung müsste die zugrunde liegende DOS- Software auf Windows portiert werden, worauf bislang mangels Bedarf verzichtet wurde.

Software

Basis- Installation

Bitte diesen Grundinstaller nur einmalig laden und ausführen. Er installiert die Datenbank sowie die Startversion der Wurfweitenmessung. Installer (40MB) Dies ist eine Installations- EXE, die die Datenbankmaschine und die Software zur Weitenmessung enthält. Man kann letztere so konfigurieren, dass anstelle eines Messgeräts im Demo- Modus Zufallszahlen generiert werden. Bitte die Hinweise beim Installer auch lesen! Download:

Updates

Wohl Keine Software ist mit ihrer ersten Erstellung vollkommen. Und das trifft schon gar nicht auf ein solches Freizeit- Projekt zu, für das ich natürlich keinen endlosen Testaufwand spendiere. Daher wird es von Zeit zu Zeit ein Update geben müssen. Dieses findet ihr auf dieser Website. Dies ist eine Installations- EXE, die nur das neueste Upgrade enthält. Bei der Installation bitte den Pfad angeben, in welchem die Weitenmessung installiert ist. Bitte die Hinweise beim Installer auch lesen! Bitte zuerst im Versions-Logfile nachsehen, ob eine neue Version im Logfile eingetragen ist. Das Upgrade- Tool enthält immer nur das neueste Upgrade- Programm. Download: ACHTUNG: Es wurde auf die Datenbank- Maschine Version 5 umgestellt. Geht alles damit? Wenn’s Probleme/Fehler gibt, bitte melden. Danke! Die aktuelle Version funktioniert auf Windows 2000, Windows XP, Windows Vista und Windows 7.
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